Gluten weglassen – sinnvoll oder Unsinn?
Von: Geraldine Lescow | 2026

Was ich wirklich darüber denke.
Diese Frage bekomme ich regelmäßig. Und ich freue mich jedes Mal darüber. Nicht weil die Antwort einfach ist – sondern weil sie zeigt: Du denkst nach. Du hinterfragst. Du willst verstehen, was wirklich stimmt.
Also. Lass mich ehrlich mit dir sein.
Was die Studie wahrscheinlich sagt – und was sie nicht sagt.
Wenn du irgendwo gelesen hast, dass Glutenverzicht bei Menschen ohne Zöliakie oder nachgewiesene Unverträglichkeit nicht sinnvoll oder sogar schädlich sei – dann ist das vermutlich aus einer Studie entnommen, die sich auf eines bezieht: nämlich darauf, dass Menschen, die unnötigerweise Gluten meiden, häufig zu stark verarbeiteten Ersatzprodukten greifen. Und dass diese Produkte oft weniger Ballaststoffe, mehr Zucker und schlechtere Nährwerte haben als ihre glutenhaltigen Originale.
Das stimmt. Und das ist ein wichtiger Punkt.
Aber er sagt nichts darüber aus, was passiert, wenn du Gluten weglässt – und stattdessen echtes, vollwertiges Essen auf deinen Teller bringst.
Was ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe.
Ich begleite Frauen, deren Darm seit Jahren Signale sendet. Blähungen, die kommen und gehen – ohne erkennbaren Grund. Müdigkeit nach dem Essen. Hautprobleme. Ein Bauch, der sich anfühlt wie aufgeblasen, obwohl alles in Ordnung ist. Laut Laborwerten. Laut Arzt. Laut System.
Und wenn wir dann – individuell, achtsam, im Rahmen einer echten Begleitung – Gluten für einige Wochen herausnehmen?
Dann passiert bei vielen Frauen etwas. Der Bauch wird ruhiger. Die Energie kommt zurück. Der Kopf wird klarer.
Das ist keine Einbildung. Das ist ihr Körper, der endlich gehört wird.
Zöliakie ist nicht die einzige Antwort.
Die Medizin kennt zwei Kategorien: Zöliakie – eine Autoimmunerkrankung – und Nicht-Zöliakie: Gluten-Sensitivität. Letztere wird noch immer heiß diskutiert, ist schwer messbar und wird deshalb von vielen Ärzten nicht anerkannt.
Aber: Das, was nicht messbar ist, ist deshalb nicht inexistent.
Unser Darm ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Was einem Menschen guttut, kann einem anderen schaden. Was dein Körper verträgt, hängt von deiner Darmflora ab, von deinem Nervensystem, von deinem Stresslevel, von deiner Geschichte.
Und genau deshalb greife ich nicht zu pauschalen Empfehlungen. Ich schaue hin. Individuell. Bei dir.
Was ich dir mitgeben möchte:
Wenn du spürst, dass irgendetwas nicht stimmt – dann vertrau diesem Gefühl. Nicht blind jedem Trend. Nicht blind jeder Studie. Und auch nicht blind meiner Meinung.
Aber vertrau deinem Körper.
Er spricht. Die Frage ist nur: Hörst du hin?
Wenn du herausfinden willst, wie Gluten – oder andere Lebensmittel – wirklich auf deinen Darm wirken, dann ist eine fundierte Stuhlanalyse oft der klarste erste Schritt. Nicht um dir ein Label umzuhängen. Sondern um endlich zu wissen, was in deinem Körper wirklich los ist.
Wenn dich das anspricht – ich bin da.
Mit Wärme.